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Geld anlegen ohne Aktien und ETFs: So kannst du mit Festgeld und Sparbriefen starten

1. Juli
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Aug.

Wer mit dem Vermögensaufbau beginnen möchte, landet heute ziemlich schnell bei denselben Begriffen: Aktien, ETFs, Depot und Börse.

Aber was ist, wenn du dein Geld gerne anlegen möchtest, dich mit Wertpapieren aber noch überhaupt nicht wohlfühlst?


Dann musst du dich nicht dazu zwingen.

Ich finde sogar, dass genau hier manchmal ein wichtiger Punkt vergessen wird: Vermögensaufbau muss nicht mit Aktien beginnen.


Festgeld oder Sparbriefe können ein einfacher Einstieg sein. Du kannst dich daran gewöhnen, einen Teil deines Geldes bewusst für eine gewisse Zeit anzulegen, erhältst dafür Zinsen und lernst gleichzeitig, langfristiger mit deinem Geld zu planen.


Und mit der richtigen Struktur lässt sich daraus sogar eine kleine Anlageleiter mit regelmäßigen Fälligkeiten bauen.

Genau das möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.


Warum überhaupt mit Festgeld anfangen?

Aktienkurse können steigen und fallen.

Gerade wenn du bisher hauptsächlich Girokonto, Tagesgeld oder vielleicht ein klassisches Sparbuch kennst, kann der erste Blick ins Depot ungewohnt sein.

Heute 5.000 Euro.

Morgen 4.850 Euro.

Übermorgen vielleicht 5.100 Euro.


Das muss man erst einmal aushalten können.

Natürlich gehört das bei langfristigen Wertpapieranlagen dazu. Trotzdem muss niemand direkt mit einem großen Betrag an der Börse anfangen.


Du kannst auch erst einmal lernen, wie sich Geldanlage überhaupt anfühlt.

Und genau dafür finde ich Festgeld interessant.


Du legst beispielsweise 1.000 Euro für zwölf Monate an. Der Zinssatz wird für diese Laufzeit vereinbart und du weißt grundsätzlich, wann das Geld wieder verfügbar wird.

Keine täglichen Aktienkurse.

Kein ständiger Blick ins Depot.

Einfach Geld anlegen und warten.


Festgeld und Sparbrief: Was ist eigentlich der Unterschied?

Beide Anlageformen ähneln sich.

Du stellst einer Bank dein Geld für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung und erhältst dafür einen vereinbarten Zins.

Trotzdem gibt es einen kleinen Unterschied.


Beim Festgeld eröffnest du ein entsprechendes Konto und legst beispielsweise Geld für:

  • 3 Monate,

  • 6 Monate,

  • 12 Monate

  • oder mehrere Jahre

fest an.

Während dieser Zeit kannst du normalerweise nicht frei über das Geld verfügen. Nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit wird das Kapital wieder verfügbar beziehungsweise entsprechend den Vertragsbedingungen zurückgezahlt oder verlängert.


Sparbrief

Ein Sparbrief funktioniert vom Grundgedanken ähnlich.

Du investierst einen bestimmten Betrag zu vorher vereinbarten Bedingungen und für eine feste Laufzeit. Anders als das klassische Festgeldkonto handelt es sich eher um ein fest ausgestaltetes Anlageprodukt der jeweiligen Bank.

Die genaue Ausgestaltung kann sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.


Einfach gemerkt:

Festgeld = Geld für eine bestimmte Zeit auf einem Festgeldkonto anlegen.

Sparbrief = fest ausgestaltetes Anlageprodukt einer Bank mit vereinbarter Laufzeit und Verzinsung.

Viel wichtiger als der Name sind deshalb die tatsächlichen Bedingungen.

Schau dir vor Abschluss insbesondere Zinssatz, Laufzeit, Mindestanlage, Zeitpunkt der Zinszahlung, Verlängerungsregeln und Einlagensicherung an.


Das Problem mit normalem Festgeld

Nehmen wir an, du hast 12.000 Euro gespart.

Du legst die gesamten 12.000 Euro für zwölf Monate als Festgeld an.

Das funktioniert.

Allerdings kommst du während der vereinbarten Laufzeit normalerweise nicht an dieses Geld heran.

Erst nach zwölf Monaten wird die Anlage fällig.

Genau hier kommt eine Strategie ins Spiel, die ich für ziemlich interessant halte:


Die Festgeldleiter oder einfach rollierend anlegen

Statt einen großen Betrag in eine einzige Anlage zu stecken, verteilst du dein Geld auf mehrere Anlagen mit unterschiedlichen Fälligkeitsterminen.

Dadurch wird regelmäßig ein Teil deines Vermögens wieder verfügbar.

Und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.



Variante 1: Jeden Monat ein neues Festgeld anlegen

Angenommen, du kannst jeden Monat 500 Euro zurücklegen.

Statt das Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen, könntest du jeden Monat ein neues Festgeld mit zwölf Monaten Laufzeit eröffnen – vorausgesetzt natürlich, die jeweilige Bank bietet passende Laufzeiten und Mindestanlagebeträge an.

Dann entsteht beispielsweise folgende Struktur:


Anlage

Betrag

Laufzeit

Fälligkeit

Januar

500 €

12 Monate

Januar Folgejahr

Februar

500 €

12 Monate

Februar Folgejahr

März

500 €

12 Monate

März Folgejahr

April

500 €

12 Monate

April Folgejahr

Mai

500 €

12 Monate

Mai Folgejahr

Juni

500 €

12 Monate

Juni Folgejahr

Juli

500 €

12 Monate

Juli Folgejahr

August

500 €

12 Monate

August Folgejahr

September

500 €

12 Monate

September Folgejahr

Oktober

500 €

12 Monate

Oktober Folgejahr

November

500 €

12 Monate

November Folgejahr

Dezember

500 €

12 Monate

Dezember Folgejahr


Nach zwölf Monaten passiert etwas Interessantes.

Im Januar wird die erste Anlage fällig.

Im Februar die zweite.

Im März die dritte.

Und so weiter.

Du hast damit jeden Monat eine Fälligkeit.


Skizze verschiedener Anlagearten für Einsteiger: Tagesgeld, Festgeld und Sparbrief, Festgeldleiter, Stufenzinsanleihen sowie ETFs und Aktien. Die Grafik zeigt einen möglichen schrittweisen Weg vom sicherheitsorientierten Sparen bis zum langfristigen Vermögensaufbau mit Wertpapieren und verdeutlicht dabei zunehmende Chancen und Risiken.

Aber Vorsicht: Das ist nicht automatisch monatliches Einkommen

Dieser Unterschied ist mir wichtig.

Wenn im Januar beispielsweise deine 500 Euro zurückkommen, hast du nicht 500 Euro verdient.


Das ist schließlich dein eigenes Geld.

Dein tatsächlicher Ertrag sind lediglich die erwirtschafteten Zinsen nach Berücksichtigung von Steuern beziehungsweise Freibeträgen.


Die Festgeldleiter erzeugt deshalb zunächst vor allem:

regelmäßige Liquidität und regelmäßige Zinserträge – nicht zwölf neue Einkommen.

Trotzdem kann die Konstruktion interessant sein.

Denn jeden Monat kannst du neu entscheiden:

Brauche ich das Geld?

Dann bleibt es verfügbar.

Brauche ich es nicht?

Dann kann ich es beispielsweise erneut für zwölf Monate anlegen.

So beginnt die Leiter von vorne.


Variante 2: Die Festgeldleiter sofort aufbauen

Vielleicht hast du bereits einen größeren Betrag angespart.

Nehmen wir wieder 12.000 Euro.

Dann könntest du theoretisch zwölf Anlagen zu jeweils 1.000 Euro aufbauen:

  • 1 Monat Laufzeit

  • 2 Monate

  • 3 Monate

  • 4 Monate

  • ...

  • bis 12 Monate.

Damit würde bereits nach einem Monat die erste Anlage fällig.

Nach zwei Monaten die nächste.

Und so weiter.


Nach jeder Fälligkeit könntest du – sofern du das Geld nicht benötigst – wieder eine Anlage mit zwölf Monaten Laufzeit abschließen.

Nach einiger Zeit besteht deine Leiter dann aus zwölf Anlagen mit jeweils zwölf Monaten Laufzeit, deren Fälligkeiten über das Jahr verteilt sind.


Allerdings gibt es einen praktischen Haken.

Nicht jede Bank bietet Festgeld mit Laufzeiten von einem bis zwölf Monaten in Monatsabständen an.


Auch Mindestanlagebeträge können die Umsetzung erschweren.

Deshalb ist dieses Beispiel vor allem dazu gedacht, das Prinzip einer Festgeldleiter verständlich zu machen.

Die tatsächliche Umsetzung muss zu den verfügbaren Angeboten passen.


Warum ich diese Strategie für Einsteiger interessant finde

Mir gefällt daran vor allem die Struktur.

Du lernst:

Geld nicht einfach herumliegen zu lassen.

Du beschäftigst dich mit Zinsen.

Du lernst unterschiedliche Laufzeiten kennen.

Du vergleichst Angebote.


Und du gewöhnst dich daran, Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht anzufassen.

Gleichzeitig musst du nicht jeden Morgen nachschauen, was dein Depot macht.

Das kann gerade am Anfang viel Druck herausnehmen.


Was spricht gegen die Festgeldleiter?

Natürlich hat auch diese Strategie Nachteile.

Der wichtigste ist für mich:

Sicherheit und Planbarkeit bedeuten nicht automatisch hohe Rendite.

Langfristig können breit gestreute Wertpapieranlagen höhere Renditechancen bieten. Dafür musst du dort allerdings Kursschwankungen und Verlustrisiken akzeptieren.

Bei Festgeld kommt außerdem das Zinsänderungsrisiko hinzu.

Wenn du heute beispielsweise einen bestimmten Zinssatz für zwölf Monate vereinbarst und die Marktzinsen anschließend deutlich steigen, läuft deine bestehende Anlage zunächst mit dem vereinbarten niedrigeren Zinssatz weiter.

Andersherum kann deine vereinbarte Verzinsung natürlich angenehm sein, wenn die Marktzinsen anschließend fallen.

Eine Festgeldleiter verteilt dieses Risiko zumindest teilweise auf unterschiedliche Anlagezeitpunkte.


Und was ist mit der Einlagensicherung?

Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

Festgelder bei Banken fallen grundsätzlich unter die gesetzlichen Regeln zur Einlagensicherung, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Innerhalb der Europäischen Union sind Einlagen grundsätzlich bis zu bestimmten gesetzlichen Grenzen je Einleger und Bank geschützt.


Trotzdem würde ich nicht einfach irgendein Festgeld abschließen, nur weil irgendwo ein besonders hoher Zinssatz beworben wird.

Prüfe immer:

  • Welche Bank steckt dahinter?

  • In welchem Land sitzt sie?

  • Welche Einlagensicherung greift?

  • Wie hoch ist die Mindestanlage?

  • Wann werden die Zinsen ausgezahlt?

  • Was passiert bei Fälligkeit?

  • Wird die Anlage automatisch verlängert?

Gerade beim Thema Geld gilt für mich mittlerweile:

Nicht blind vertrauen. Prüfen, vergleichen und verstehen.


Der nächste Schritt: Von Festgeld zum ersten Wertpapier

Vielleicht hast du deine Festgeldleiter einige Zeit genutzt.

Du hast dich an Laufzeiten gewöhnt.

Du verstehst Zinsen besser.

Und irgendwann denkst du:

Jetzt würde ich gerne den nächsten Schritt machen.

Dann könnte man sich mit Anleihen beschäftigen.

Eine mögliche Form sind Stufenzinsanleihen.


Was ist eine Stufenzinsanleihe?

Das Grundprinzip lässt sich einfach erklären.

Du investierst dein Geld in eine Anleihe eines Emittenten.

Dafür sind Zinszahlungen nach den jeweiligen Anleihebedingungen vorgesehen.

Bei einer klassischen Stufenzinsanleihe verändert beziehungsweise erhöht sich der festgelegte Zinssatz typischerweise nach einem vorher definierten Stufenplan.

Ein vereinfachtes Beispiel könnte so aussehen:

Jahr

vereinbarter Zinssatz

Jahr 1

2,0 %

Jahr 2

2,5 %

Jahr 3

3,0 %

Jahr 4

3,5 %


Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich allerdings je nach Produkt erheblich.


Warum ich Stufenzinsanleihen als Brücke interessant finde

Jetzt passiert etwas Neues.

Du brauchst ein Wertpapierdepot.

Und damit machst du deinen ersten Schritt in die Wertpapierwelt.

Du lernst:

  • wie ein Depot funktioniert,

  • wie ein Wertpapier gekauft wird,

  • wie Zinszahlungen verbucht werden,

  • wie Kurse dargestellt werden

  • und wie eine Anleihe funktioniert.

Damit kannst du dich langsam an das Thema Wertpapiere herantasten.

Aber:


Eine Anleihe ist kein Festgeld

Dieser Unterschied ist enorm wichtig.

Bei einer Anleihe gibst du dein Geld nicht als klassische Bankeinlage ab, sondern kaufst ein Wertpapier.

Damit entstehen andere Risiken.

Besonders wichtig ist das Emittentenrisiko.

Kann der Herausgeber der Anleihe seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, können Zinszahlungen ausfallen und im schlimmsten Fall kann ein Teil oder sogar das gesamte investierte Kapital verloren gehen.

Außerdem kann der Kurs einer handelbaren Anleihe während der Laufzeit schwanken.

Wenn du sie vor ihrer Fälligkeit verkaufst, kann der Verkaufspreis deshalb höher oder niedriger als dein ursprünglicher Kaufpreis sein.

Und Stufenzinsanleihen können je nach Produkt zusätzliche Bedingungen enthalten.

Deshalb gilt auch hier:

Erst verstehen. Dann investieren.


Und irgendwann vielleicht ETF oder Aktie

Vielleicht merkst du nach einiger Zeit:

Das Depot macht mir gar keine Angst mehr.

Ich verstehe mittlerweile, was dort passiert.

Dann kannst du dich mit dem nächsten Thema beschäftigen.

Vielleicht einem breit gestreuten ETF.

Vielleicht einzelnen Aktien.

Vielleicht stellst du aber auch fest:

Nein, Wertpapiere sind einfach nichts für mich.

Auch das ist vollkommen in Ordnung.

Denn deine Geldanlage muss zu dir passen.

Nicht zu irgendeinem Finanzblog.

Nicht zu einem YouTuber.

Und auch nicht zu Svens Welt.


Vermögensaufbau ist kein Wettrennen

Genau diese Botschaft möchte ich mit diesem Artikel vermitteln.

Du musst nicht heute entscheiden, wie du dein Geld die nächsten 30 Jahre anlegen wirst.


Du darfst lernen.

Du darfst vorsichtig anfangen.

Du darfst Fehler machen.

Und du darfst deine Strategie später verändern.

Vielleicht beginnt dein Weg mit einem Tagesgeldkonto.

Dann kommt ein Festgeld.

Danach eine Festgeldleiter.


Irgendwann eröffnest du vielleicht dein erstes Depot und kaufst eine Anleihe.

Und erst Jahre später deinen ersten ETF.

Das Entscheidende ist nicht, dass du sofort die perfekte Geldanlage findest.

Das Entscheidende ist, dass du beginnst, dich mit deinem Geld auseinanderzusetzen.


Mein Fazit

Ich finde, gerade beim Vermögensaufbau wird häufig viel zu schnell über Rendite gesprochen.


Dabei muss man zuerst lernen, sich mit seiner Geldanlage wohlzufühlen.

Festgeld und Sparbriefe können dabei ein einfacher Anfang sein. Eine Festgeldleiter kann zusätzlich dafür sorgen, dass regelmäßig Teile des angelegten Geldes wieder verfügbar werden.


Wer anschließend den ersten Schritt in die Wertpapierwelt machen möchte, kann sich mit Anleihen und beispielsweise Stufenzinsanleihen beschäftigen – allerdings erst, nachdem die zusätzlichen Risiken verstanden wurden.

Und irgendwann können ETFs oder Aktien folgen.

Oder eben nicht.


Denn Vermögensaufbau ist kein festgelegter Weg.

Es ist dein Weg.

Und genau das möchte ich später auch Jan und Paul mitgeben:

Ihr müsst nicht sofort alles über Geld wissen – fangt klein an, versteht jeden Schritt und lasst euer Wissen zusammen mit eurem Vermögen wachsen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt meine persönlichen Gedanken und Erfahrungen dar und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Konditionen, Risiken, Einlagensicherung und steuerliche Behandlung sollten vor einer Anlage anhand der jeweiligen aktuellen Produktunterlagen geprüft werden.


Meine Gedanken, Meinungen und Erfahrungen sind mit KI zusammengefasst worden und bei der Erstellung der Texte bin ich mit KI unterstützt worden.


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